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Ein Plädoyer für die Tenorblockflöte in CSchon 1732 publizierte der berühmte Englische Holzblasinstrumentenmacher Thomas Stanesby Jr. ein Pamphlet, in dem er ein Plädoyer hielt für die Tenorblockflöte in C. Die Altblockflöte in F war im 18. Jahrhundert die Standardblockflöte (common flute). Neben der Originalliteratur für dieses Instrument wurde auch Musik, ursprünglich für andere Instrumente gedacht wie Traversflöte, Oboe oder Violine, bearbeitet oder in jedem Fall transponiert (oft eine kleine Terz oder eine reine Quarte höher), so daß diese spielbar wurden auf einer Altblockflöte. Bei Solosonaten hatte dies unter anderem zur Folge daß die Basso Continuo-Stimme, nach Transposition, sehr hoch im Umfang wurde. Für ein Akkordinstrument ist dies kein Problem, bei einem Bassinstrument (Cello, Gambe oder Fagott) ist dies begrenzt. Auf dem Kontinent gab es vor allem Blockflöten in F und C, in Italien manchmal auch in G gebräuchlich, in England gab es neben diesen Größen auch die Wahl aus Stimmungen in B und D. Insbesondere Voice Flutes (in D) waren sehr beliebt, da diese Instrumente in der gleichen Tonart gestimmt sind wie die barocke Traversflöte. Dies hatte große Vorteile in Werken die in Tonarten geschrieben wurden mit (viel) Kreuzen. Bei Tonarten mit (vielen) b's wurden die Blockflöten in B, die Fourth Flutes benutzt. In jedem Fall plädierte Stanesby für eine Aufwertung der Tenorblockflöte, da dieses Instrument viele Vorteile hat:
In der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) war die Tenorblockflöte Teil des Blockflötenconsorts, oft als Mittelstimme gedacht, manchmal auch als Ober- oder Bassstimme. Im Barock wurde auch noch Consort gespielt, allerdings weniger als in der Renaissance. Manchmal wurden barocke Blockflötenconsorts integriert in Orchestern (Lully). Außerdem wurden die einzelnen Mitglieder der Blockflötenfamilie als Solo-Instrument benutzt. Dies hatte unter anderem mit der Veränderung des Baustils. Von der Renaissance (Instrument aus 1 Stück, gerade Bohrung, kräftiges tiefes Register - begrenzter Umfang einer Oktave und einer Sexte) bis zum Barock (Instrument aus 3 Teilen, umgekehrt konische Bohrung, relativ schwaches tiefes Register - oft brilliantes hohes Register mit zwei Oktaven und einer Quinte). Die Musik des Barock war mehr solistisch orientiert. Im 20. und 21. Jahrhundert ist die Tenorblockflöte ein sehr bevorzugtes Instrumente insbesondere wegen ihres warmen Timbres. Es herrscht ein großes Mißverständnis in Bezug auf die Interpretation Französischer Barockmusik auf der Blockflöte. Neben der "normalen" Altblockflöte wurde bis jetzt auch die Voice Flute als "Französisches" Instrument (flûte de voix) angesehen. Historisch gesehen ist dies nicht ganz korrekt:
Natürlich ist der Gebrauch von Voice Flutes in Französischer Musik in unser heutigen Zeit zu verteidigen, allerdings bleibt die historische Korrektheit zu bezweifeln. Die barocke Tenorblockflöte wurde im Barock als Soloinstrument benutzt (Musik für Violine und Flöte), als Ensembleinstrument (u.a. Faber, Gautier de Marseille, Mancinelli, A. Marcello, A. Scarlatti, Witt) und als Orchesterinstrument (u.a. Lully, Vivaldi). Die Zahl der Werke worin eine Tenorblockflöte vorgeschrieben wird, ist größer als die Zahl der Originalwerke für Voice Flute (nur 6). Sascha Mommertz |